Palliative Care integrieren
Interne Weiterbildung für Institutionen der Langzeitpflege und Geriatrie: Alters- und Pflegeheime resp. -zentren, Spitex-Organisationen u. a.
- Ein starkes Hoffnungszeichen - Lebensqualität erhalten
- Autonomie und Abhängigkeit gestalten
- Palliative Care und Qualitätssicherung
- Unser Angebot für Ihre institutionsinterne Weiterbildung
- Mögliche Inhalte und Themen
- Grundlagen und Basisdokumente
- Zertifikat
- Weiterbildungsmappe
- Weitere Informationen und Kontakt
- Infobroschüre (PDF)
Ein starkes Hoffnungszeichen - Lebensqualität erhalten
Die Anforderungen an die Institutionen der Langzeitpflege und Geriatrie sind in den letzten Jahren gestiegen. Chronische Schmerzen und Beschwerden, unheilbare und fortschreitende Krankheiten (Demenz u. a.) sowie eine ausgeprägte Multimorbidität (Mehrfacherkrankung) bei älteren pflegebedürftigen Menschen führen häufig zu komplexen medizinischen Situationen und stellen besondere Anforderungen an die Heim-, Pflegedienst- und Spitex-Leitungen, die ÄrztInnen und Pflegenden sowie andere MitarbeiterInnen.
Als Ergänzung zur kurativen, auf Heilung zielenden medizinischen Behandlung und Pflege (curare, lat. = heilen) gewinnt die palliative Medizin, Pflege und Begleitung, der es zentral um die Linderung von Leiden geht (pallium, lat. = Mantel), zunehmend an Bedeutung. Ziel von Palliative Care (internationale Bezeichnung) ist es, den PatientInnen eine möglichst hohe Lebensqualität während des gesamten Krankheitsverlaufes bis zum Tod zu ermöglichen. Dabei sollen störende und belastende körperliche Symptome (Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Erschöpfung u. a.) optimal gelindert werden. Gleichzeitig werden soziale, seelisch-geistige und religiös-spirituelle Aspekte berücksichtigt.
Als Antwort auf schwere Leiden und Erkrankungen, die progredient und irreversibel zum Tode führen, ist Palliative Care heute für PatientInnen und Angehörige ebenso wie für Pflege- und Gesundheitsberufe ein starkes Hoffnungszeichen. Palliative Care ist Ausdruck der gesellschaftlichen Verantwortung für Menschen in ihrer letzten Lebensphase, in der sie häufig besonders schutz- und hilfsbedürftig sind. In Verantwortung für schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen versucht die Palliative Medizin, Pflege und Begleitung als aktives, ganzheitliches Betreuungskonzept dem unheilbar Kranken und Sterbenden umfassend beizustehen. Palliative Care steht für Respekt und Würde, für Autonomie, Schutz und Selbstverantwortung, für Wohlbefinden und Lebensqualität.
Keineswegs aber beschränkt sich Palliative Care nur auf die Versorgung und Pflege von Menschen in der letzten Lebensphase ("End-of- Life Care"). Sie ist nicht "nur" Sterbebegleitung, sondern richtet sich ebenso an PatientInnen, die trotz schwerer Krankheit noch eine längere und durchaus lebenswerte Zeitspanne vor sich haben.
Autonomie und Abhängigkeit gestalten
Während die fortschreitende Spezialisierung in der Medizin die Gefahr mit sich bringt, eine fragmentierte Sicht- und Behandlungsweise des Patienten zu begünstigen, steht die Lebensqualität des Patienten, sein subjektives Leiden, seine Wünsche, Ängste und Hoffnungen im Zentrum aller Bemühungen von Palliative Care. Lebensqualität wird nicht primär medizinisch definiert, sondern im lebensgeschichtlichen Kontext der Patientin / des Patienten verstanden.
Palliative Care schafft Rahmenbedingungen, die es den Patientinnen und Patienten erlauben, trotz ihrer mannigfaltigen Abhängigkeiten ein möglichst autonomes und selbstverantwortetes Leben zu führen.
Palliative Care ist eine wesentliche Voraussetzung für den Schutz der Rechte und der Würde von pflegebedürftigen älteren, chronisch und schwer kranken sowie sterbenden Menschen.
Gleichzeitig ermöglicht die palliative Betreuung den Angehörigen und den Fachleuten im Gesundheits-, Sozial- und Beratungsbereich sowie in der Seelsorge ihre Arbeit als sinnvoll zu erleben und den Belastungen der Konfrontation mit psychosozialem Leiden und chronischer Krankheit, Pflegeabhängigkeit und Demenz, Sterben und Tod standzuhalten.
Palliative Care und Qualitätssicherung
Die Bedeutung von Palliative Care ist von den wichtigsten Fachund Berufsverbänden sowie Gesellschaften und Organisationen des Gesundheitswesens in der Schweiz erkannt. Als prioritäres Ziel im Gesundheitswesen wird der forcierte Ausbau der palliativen Medizin, Pflege und Begleitung gefordert.
Palliative Kenntnisse werden zukünftig zentral zur Kompetenz jeder Berufs- und Fachgruppe im Gesundheitswesen gehören. Entscheidend aber ist, Palliative Care in die Institutionen der Langzeitpflege und Geriatrie zu integrieren. Für Alters- und Pflegeheime resp. Ðzentren, Spitex-Organisationen u. a. werden eine integrierte Palliative Care und qualifizierte Sterbebegleitung zum Gütesiegel einer zukunftsfähigen Qualitätssicherung und -entwicklung.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit bei Weiterbildungen nicht nur auf Einzelpersonen, sondern gleichermassen auf die Institution und Organisation als soziales System. "Es gibt keinen Dienst am Menschen ohne eine Dienstleistung an der Organisation und durch die Organisation." (Andreas Heller)
Unser Angebot für Ihre institutionsinterne Weiterbildung
Mit unseren praxisnahen Weiterbildungen und Schulungen, die für den spezifischen Bedarf Ihrer Institution massgeschneidert werden, führen wir Institutionen der Langzeitpflege und Geriatrie und ihre MitarbeiterInnen an die Standards für Palliative Care heran.
Weiterbildungen in Institutionen der Langzeitpflege, Geriatrie und Rehabilitation, an denen eine Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnehmen, sind wirkungsvoll und vermögen die Qualität der Betreuung deutlich zu erhöhen. Neben der Kompentenzförderung der einzelnen Mitarbeitenden wird die Zusammenarbeit im Betrieb erfahrungsgemäss deutlich erhöht. Gleichzeitig steigt die Identifizierung mit der eigenen Institution.
Wir initiieren, unterstützen und moderieren Ð gemeinsam mit der Heim- resp. Zentrumsleitung und der Pflegedienstleitung Ð nachhaltige Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in der Institutionen, um diese noch besser auf die Bedürfnisse und Werte von PatientInnen auszurichten.
Nehmen Sie bitte unverbindlich Kontakt mit mir auf. Ich berate Sie gerne persönlich.
Matthias Mettner, Studien- und Geschäftsleiter
Mögliche Inhalte und Themen
Zum Vorgehen: In einer ersten Bedarfsklärung mit der Heim- resp. Zentrumsleitung, der Pflegedienstleitung, der Spitext-Leitung oder anderen Verantwortlichen ermitteln wir die Bedürfnisse Ihrer MitarbeiterInnen und Ihrer Institution, Ihres Betriebes. Nach der Vereinbarung über die Ziele und den Umfang schlagen wir Ihnen massgeschneidert und modular konzipiert eine Weiterbildung vor. Mögliche Inhalte und Teilthemen sind zum Beispiel:
Palliative Care in der Langzeitpflege und Geriatrie
- Was qualifiziert eine kompetente Betreuung? Worauf kommt es in der Begleitung kranker und sterbender Menschen entscheidend an?
- Persönliche Einstellung zu Leiden, Schmerz,Verwirrtheit, Sterben, Tod und Abschiednehmen
- Ängste und Hoffnungen im Blick auf die letzte Phase des Lebens
- Grundwerte und Haltungen / Kernelemente und Konzept von Palliative Care
- physische, psychische, soziale, spirituelle und religiöse Bedürfnisse und Wünsche unheilbar, chronisch, schwer kranker und sterbender Menschen
- Palliative Care : Standards, Grundsätze, Richtlinien und Empfehlungen
- Grundsätze der Schmerztherapie
- "Noch leben wir": Essen und Trinken,Vertrautes und Zärtliches
- "End-of-Life-Care" / Sterbegleitung und Sterbebeistand
- Rechte und Würde schwerkranker und sterbender Menschen
- Ethische Konflikte am Lebensende
- Wenn ein Mensch sagt, dass er nicht mehr leben will
Kommunikation als Grundlage des Miteinander und Füreinander
- Kommunikationsfähigkeit als Schlüsselkompetenz der palliativen Betreuung
- Grundlagen der Kommunikation
- Grundhaltung in der Pflege und Betreuung:
Einfühlendes Verstehen, Echtheit, wertschätzende Anteilnahme und Respekt - Fragen lernen: Gute Fragen im Gespräch, ungeeignete und "verbotene" Fragen
- Regeln zur Gesprächsführung und praktische Hinweise für das Krisengespräch
- Schwerstkranke und sterbende Menschen besser verstehen
- die "Sprache Sterbender": Botschaften aus Bildern und Symbolen
Psychosoziale und spirituelle Kompetenz in der Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen
- Ziele psychosozialer Intervention und Begleitung
- Krankheitserleben und Phasen des Krankheitsverlaufs
- Chronische Krankheiten: spezifische Belastungen, emotionale und soziale Folgen
- Das Modell der Salutogenese in seiner Bedeutung für Palliative Care
- Krankheitsverarbeitung / Coping, Ressourcen der Krankheitsverarbeitung
- Wahrheit und Wahrhaftigkeit am Krankenbett
- Hoffnung und Hoffnungslosigkeit
Mit Verlusten leben Ð Trauern und Trost Ð Kultur des Abschieds
- Konfrontiert mit Krankheit und Leiden, Sterben und Tod:
Elementare Trauer-Bedürfnisse von Pflegenden und BegleiterInnen - Symptome und Gefühle bei Krisen,Verlust, Abschied und Tod
- Trauer verstehen: Modelle zum Verständnis von Krise und Trauer
- "Es gibt keine schwierigen Patient/innen"
- Was wirklich tröstet Ð Tröstungspotenziale in den Religionen
- Trösten statt vertrösten Ð Wie können wir trösten?
- Kohärenzgefühl und soziale Beziehungen als Ressourcen
- Worauf es in der Begleitung Trauernder ankommt ?
Praktische Unterstützungsmöglichkeiten von PatientInnen und Angehörigen
Vertrauen und Hoffnung stärken Ð Auf sich selber achten
- Trauern in der Institution: Alters-, Kranken- und Pflegeheim
- Bedeutung der Religion und des Glaubens bei Krankheit, Sterben,Tod und Verlust
- Kultur des Abschieds / Rituale des Lebens: Nutzen und Sinn der Rituale und Symbole in Zeiten des Umbruchs und Übergangs, der Trauer und des Verlustes
- Spiritualität und Sinnfindung in der Pflege
- Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse / Balance der Kräfte
- Was hoffen angesichts von Leiden, Sterben und Tod?
- Kostbare Stunden: vom Geben und Nehmen
- "Wir sind nicht allein!" Ð Gegenseitige Unterstützung und Kooperation in der Begleitung
Grundlagen und Basisdokumente
Die von uns durchgeführten Weiterbildungen orientieren sich an den medizinisch-ethischen Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW zur âBehandlung und Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen (Juni 2004), zur âBetreuung von Patientinnen und Patienten am LebensendeÕ (Dezember 2004) und zu âPalliative CareÕ (Mai 2006).
Basis sind die nationalen Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung in Palliative Care und die âStandards: Grundsätze und Richtlinien für Palliative Medizin, Pflege und BegleitungÕ der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung SGPMPB.
Zertifikat
Die durchgeführte Weiterbildung wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Institution resp. dem Betrieb schriftlich bescheinigt. Ziele, Inhalte,Teilthemen und Dauer der Weiterbildung werden differenziert aufgeführt.
Weiterbildungsmappe
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Weiterbildungsmappe mit Informations- und Arbeitsblättern, Literaturempfehlungen und Basisdokumenten zu Palliative Care (Standards, nationale Empfehlungen, etc.), zur Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen und von PatientInnen am Lebensende.
Weitere Informationen und Kontakt
Matthias Mettner, Studien- und Geschäftsleiter
Palliative Care und Organisationsethik
Begleitung kranker, sterbender und trauernder Menschen
Interdisziplinäre Weiterbildung CH
Postfach 425, 8706 Meilen ZH
Tel.: 044 980 32 21
E-Mail: info@weiterbildung-palliative.ch