Portrait
Worum es uns geht
„Palliative Care und Organisationsethik - Interdisziplinäre Weiterbildung CH“ engagiert sich für
- eine integrierte palliative Versorgung und Betreuung, die allen Menschen zugute kommt, „die es brauchen“. Dies sind unheilbar kranke und schwerkranke, pflegebedürftige, ältere und sterbende Menschen, aber auch Menschen mit chronischen, nicht progredienten Leiden.
- eine angemessene Versorgung / Betreuung von Menschen mit einer Erkrankung, die progredient und irreversibel zum Tode führt und bei der die zu erwartende verbleibende Lebenszeit relativ kurz ist. Die Behandlung von krankheitsbedingten Beschwerden (Schmerzen, etc.) und das Wohlbefinden des Patienten in allen Bereichen (physisch, psychisch, sozial und spirituell) stehen im Mittelpunkt. Ziel ist die bestmögliche Lebensqualität für den Patienten und seine Angehörigen.
In der palliativen Betreuung (internationale Bezeichnung: „Palliative Care“) geht es - anders als in der kurativen Medizin, die ihren Schwerpunkt auf die „Heilung“ (curare, lat. = heilen) und Lebenserhaltung bzw. -verlängerung legt - um die Linderung von Leiden (pallium, lat. = Mantel). Die Zeit des Sterbens wird als eine wichtige Zeit des Lebens gesehen und wird weder hinausgezögert noch verkürzt.
Palliative Care zielt darauf ab, unheilbar kranken und sterbenden Menschen die bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod zu erhalten. Sie umfasst nach der Beschreibung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Linderung physischer, psychischer, sozialer und spiritueller Leiden.
Es geht nicht um das Ankämpfen gegen ein unaufhaltsames Leiden, sondern
- um das Erfassen und die Behandlung störender und belastender körperlicher Symptome und Beschwerden (Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Verstopfung, etc.);
- um die Linderung psychischen Leidens (depressive Zustände, Angst);
- um die Unterstützung sozialer Beziehungen, der Hilfe bei psychosozialem Leiden (Einsamkeit, familiäre Konflikte);
- und um die Unterstützung der Patientin / des Patienten, ihren / seinen persönlichen Glauben zu leben (spirituelle Dimension; Was ist für sie / ihn wesentlich und sinnstiftend im Erleben der Krankheit).
Palliative Care ist wesentlicher Bestandteil einer Behandlung und Betreuung schwerkranker, pflegebedürftiger und älterer Menschen, die darauf zielt, den PatientInnen trotz mannigfaltiger Abhängigkeiten ein möglichst autonomes und selbstverantwortetes Leben zu führen.
Palliative Care erfolgt durch ein multiprofessionelles Team (Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit, Seelsorge, Freiwilligenarbeit, etc.) und basiert auf den Grundsätzen der „Interdisziplinarität“, die Kommunikation und Koordination der Behandelnden voraussetzt. Palliative Care fördert zudem die Einbeziehung und Begleitung der Angehörigen während der Krankheit und nach dem Tod des Patienten.
Palliative Care ist ein starkes Hoffnungszeichen für PatientInnen und ihre Angehörigen. Palliative Care ist Ausdruck der gesellschaftlichen Verantwortung für Menschen in ihrer letzten Lebensphase, in der sie häufig besonders schutz- und hilfsbedürftig sind. Palliative Care ist die Antwort auf schweres Leiden und Erkrankungen, die progredient und irreversibel zum Tode führen. Deshalb vertrauen wir im Blick auf den forcierten Ausbau palliativer Angebote und der Implementierung von Palliative Care in unserem Gesundheitswesen auf die Kraft guter Ideen: „Nichts auf der Welt / ist so mächtig / wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“(Viktor Hugo).
Gemäss unserem Ziel, Palliative Care zum integrierten Bestandteil der Regelversorgung zu machen, richten wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf Einzelpersonen (PatientInnen, KlientInnen, Professionelle), sondern auch auf die Institution und Organisation als soziales System. Ein Dienst am Menschen ist ohne Dienstleistung an der Organisation nicht möglich. Die Qualität der Versorgung und Betreuung im Bereich von Palliative Care ist von den organisatorischen Rahmenbedingungen der Versorgungsstrukturen abhängig. Es geht uns zentral um die Entwicklung geregelter Verfahren und Prozesse einer ethisch verantwortlichen und interdisziplinären Entscheidungsfindung, in denen die PatientInnen und ihre Angehörigen wesentlich beteiligt werden: eine Organisationsethik in der Palliative Care - Versorgung.
Philosophie
- Wir engagieren uns für eine Verbesserung der Versorgung und Betreuung von unheilbar und schwer kranken sowie sterbenden Menschen in der Schweiz. Damit die bestmögliche Lebensqualität von PatientInnen und die Würde von Menschen bis zuletzt zur Leitkategorie der Versorgung werden kann, setzen wir uns dafür ein, dass Palliative Care zum integrierten Bestandteil der Grundversorgung wird.
- Wir führen im Bereich ‚Palliative Care und Organisationsethik’ interdisziplinär konzipierte Weiterbildungen und Schulungen auf hohem fachlichem Niveau für alle Berufs- und Fachgruppen im Gesundheitswesen der Schweiz durch. Gleichzeitig initiieren, unterstützen und moderieren wir nachhaltige Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in Institutionen des Gesundheitswesens, um diese noch entsprechender auf die Bedürfnisse und Werte von PatientInnen auszurichten.
- Wir fördern damit die Kompetenz der einzelnen Fachperson in Palliative Care und ermöglichen bzw. verstärken Massnahmen und Prozesse der Qualitätssicherung in der Organisation. Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf Einzelpersonen und die Organisation als soziales System richten, leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung und Betreuung von unheilbar, chronisch und schwer kranken sowie sterbenden Menschen.
- Wir sind überzeugt, dass Erfolge und Fortschritte bei der Verankerung / Implementierung von Palliative Care in die Grundversorgung nur durch gemeinsame Anstrengung und Kooperation gelingen können. Deshalb streben wir eine Vernetzung und Zusammenarbeit mit den Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden an, die unsere Ziele und Anliegen teilen.
- Wir bewerten Palliative Care und Organisationsethik als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Wir wollen die ethische Diskussion zur Frage der Gestaltung der letzten Lebensphase, zur Selbstverantwortung und Würde des kranken und alten Menschen, zur Sterbehilfe und anderen ethischen Konflikten am Lebensende in Gesellschaft und Politik, im Gesundheitswesen und in der Wissenschaft mitgestalten.
- Wir teilen Philosophie, Grundsätze und Grundhaltung von Palliative Care und Hospizpraxis. Diese stehen für Respekt und Würde, für Schutz und für Selbstverantwortung, für Wohlbefinden und Lebensqualität. Das heisst u.a.:
- Erstens:Hospiz betrachtet das Sterben als einen Teil des Lebens und damit als einen Vorgang, der weder verdrängt noch künstlich verlängert werden muss (Formen der passiven Sterbehilfe werden entsprechnd akzeptiert). Liebevolle Zuwendung, menschliche Solidarität und professionelle palliative Betreuung können diese Phase neu mit Sinn erfüllen und die Hoffnung stärken, dass Sterben und Tod nicht das letzte Wort haben.
- Zweitens:Das lebensbejahende Betreuungskonzept Hospiz und Palliative Care betont die Schutzpflicht des Staates für die schwächsten Menschen unserer Gesellschaft: kranke, behinderte, demente und sterbende Menschen. Es leistet „aktive Lebenshilfe“, „Hilfe zum Leben bis zuletzt“ und „Hilfe im und beim Sterben“, aber nicht „Hilfe zum Sterben“ wie dies bei der aktiven Sterbehilfe und der Beihilfe zur Selbsttötung, dem assistierten Suizid, der Fall ist.
- Drittens:Zur Würde des Menschen gehört wesentlich, dass er bis zuletzt als Person, in seinen Bedürfnissen und Wünschen, ernst genommen und in seiner Selbstverantwortung respektiert wird. Diese Haltung erfordert Wahrhaftigkeit und Treue gegenüber dem Kranken, der als Gleichberechtigter und als Lebenslehrer geachtet wird. Im Wissen darum, dass Menschen in der letzten Lebensphase häufig besonders schutz- und hilfsbedürftig sind, konzentrieren wir unsere Angebote der Fort- und Weiterbildungen sowie der Organisationsberatung auf die Frage, wie die Abhängigkeit und Autonomie verantwortlich so zu gestalten ist, dass aus den Betroffenen - PatientInnen und Angehörigen - Beteiligte bei allen Entscheidungen der Gestaltung der letzten Lebensphase werden.
- Wir betrachten es als Privileg, mit erfahrenen und führenden Personen aus der Praxis (Medizin, Pflege, Seelsorge, u.a.), universitärer Forschung und Lehre (Gerontologie, Medizin, Pflegewissenschaft, Ethik, Soziologie) zusammenzuarbeiten, die als DozentInnen und ReferentInnen die Interdisziplinarität und damit hohe Fachqualität unserer Bildungs- und Schuldungsangebote herstellen. Zentral ist uns die Zusammenarbeit mit Fachpersonen / DozentInnen mit praktischem Erfahrungshintergrund aus dem Bereich Palliative Care in der Geriatrie, Langzeitpflege und Rehabilitation, um eine hohe Alltagsrelevanz für die TeilnehmerInnen der Tagungen zu erzielen, also für diejenigen, welche die Arbeit der Betreuung, Pflege und Begleitung älterer kranker Menschen tatsächlich leisten.
- Wir unterstützen die Bemühungen der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung (SGPMP), Standards und Richtlinien für die Weiter- und Fortbildung und die Qualitätssicherung in Palliativer Medizin, Pflege und Begleitung zu erarbeiten und durch Verfahren der Akkreditierung durchzusetzen.
- Wir verstehen unter Qualitätssicherung zentral das Zusammführen vom Kompetenzen und Wissen der Gerontologie, Geriatrie, Palliativen Betreuung, Ethik, Organisationssoziologie, Ethnologie, Psychologie, Religionswissenschaften und Praktische Theologie / Seelsorge im Interesse der Verbesserung der Lebenssituation von PatientInnen in Institutionen der Langzeitpflege, Geriatrie und Rehabilitation, im ambulanten und spitalexternen Bereich. Multiprofessionalität und Interdisziplinarität sind uns selbstverständlich.
- Wir verstehen uns als gleichwertiger Partner der Organisationen und Institutionen sowie Einzelpersonen, mit denen wir kooperieren. Unsere Beziehungen bauen wir auf Vertrauen, Offenheit, Fairness, Zuverlässigkeit, Selbstkritik und Lernfähigkeit auf. -
- Wir sind jederzeit füreinander da und unterstützen uns gegenseitig in Lernsprozessen. Wertschätzung für Leistung, Respekt und Aktionsfreiheit sowie eine grösstmögliche Eigenverantwortlichkeit sind uns wichtig. Wir können aus Fehlern lernen und die Qualität unserer Arbeit verbessern.
- Wir achten auf unsere Gesundheit und wissen, dass diese wesentlich auf der Qualität unserer Beziehungen und einem reflektierten Kohärenzsinn basiert. Eine besondere Qualität von Leben und Arbeiten stellt für uns eine gute Balance von Beruf und persönlichen bzw. familiären und freundschaftlichen Lebensinteressen dar.
Studien- und Geschäftsleitung
Matthias Mettner
- Sozialwissenschaftler (Ökonomie, Soziologie, Politische Wissenschaft), Theologe und Gerontologe;
- Executive Master of Nonprofit Management;
- 2005 Gründung und heute Studien- und Geschäftsleitung von "Palliative Care und Organisationsethik - Interdisziplinäre Weiterbildung CH";
- 2007 Gründung und geschäftsführender Gesellschafter des "Forum Gesundheit und Medizin";