
03.12.- 04.12.2012
Lebenslust, Sinn, Vertrauen, Kraft, Zuversicht, Gelassenheit, Geborgenheit – wer möchte das nicht in seinem Leben erfahren? Doch zwischen diesem Wunsch und der Alltagswirklichkeit besteht oft eine Kluft. Nicht nur empfinden viele Menschen häufig schmerzlich einen Mangel an "Gutem" im Leben: Ängste, Stress, Kränkungen, Verlusterfahrungen, psychischer Ballast, physische Einschränkun- gen und Erkrankungen reduzieren das eigene Wohlbefinden bisweilen beträchtlich.
Warum sind wir, warum bleiben wir gesund? Dies ist die eigentliche Frage, mit der sich zentral die Gesundheitspsychologie und die Salutogenese beschäftigt (Aaron Antonovsky u. a.). Sie ergänzt die eindimensionale Sicht auf die Pathogenese in der Medizin mit ihrer Frage «Was macht einen Menschen krank?» um die Frage «Wie kann ein Mensch trotz der Konfrontation mit einer Vielzahl von Stressoren, Verlusterfahrungen gesund bleiben»?
Das Konzept der Salutogenese ist in der Begleitung von Menschen in Krisen von grundlegender Bedeutung. Das salutogenetische Paradigma rückt ebenso wie die Ergebnisse der Resilienzforschung die Auseinandersetzung mit den wichtigsten protektiven (d. h. schützenden) Faktoren, den Ressourcen und Potenzialen des Menschen in das Zentrum des Interesses. Der Begriff Resilienz lässt sich mit psychischer Widerstandsfähigkeit übersetzen. Gemeint ist die Fähigkeit einer Person, mit belastenden Lebensumständen ‚erfolg- reich’ umzugehen und daraus Bewältigungskompetenzen zu entwickeln.
Die Gesundheitswissenschaften mit ihrem Konzept der Salutogenese und die Resilienzforschung haben die wichtigsten protektiven (d. h. schützenden) bzw. salutogenetischen (d. h. gesundheitsfördernden) Faktoren identifiziert, die für die seelische Gesundheit eine zentrale Rolle haben. Sie sind gleichermassen relevant für die Menschen, die seelsorgerliche Begleitung beanspruchen und Beratung suchen wie für die in der Seelsorge, Beratung und Arbeit mit Erwachsenen tätigen Frauen und Männer selbst.
Jeder Mensch stellt sich diese und ähnliche Fragen:
Die menschliche Psyche ist weitaus widerstandfähiger als häufig gedacht. Unsere Seele verfügt über oft unterschätzte Ressourcen und Stärken. Ressourcenorientierte psychologische Ansätze (Salutogenese, Resilienz, Gesundheitspsychologie, Stressforschung) haben in jüngster Zeit ermutigende Erkenntnisse zur Frage erarbeitet, wie wir trotz widriger Lebensumstände ein produktives und erfülltes Leben führen können.
In der Weiterbildung werden Konzepte der Salutogenese und Befunde der Resilienzforschung in ihrer Bedeutung für zentrale Lebensthemen, existenzielle Fragen und die seelsorgerliche Begleitung und Beratung von Menschen an Lebenswenden und in Krisen vorgestellt und für die Praxis nutzbar gemacht. Berücksichtigt werden ebenso individualpsychologische Konzepte, systemische Aspekte sowie Beiträge aus der Bindungs- und Emotionspsychologie.
Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein !
Matthias Mettner
1. Seele – Psyche – Gehirn
Vom Ort des Fühlens und Denkens
2.Warum sind, warum bleiben wir gesund?
3.Die wichtigsten Schutz- und Gesundheitsfaktoren – Ergebnisse, Prozesse und Strategien aus der Resilienzforschung und anderen ressourcenorientierten Therapie- und Beratungsansätzen
4.Seelische Kräfte entwickeln und fördern – Wie?
Montag / 1. Kurstag
Dienstag / 2. Kurstag
für im Gesundheits-, Sozial- und Beratungsbereich sowie in der Seelsorge tätige Frauen und Männer, die andere in Krankheit, Sterben, Verlust und Trauer begleiten
Zentrum für Weiterbildung / Universität Zürich,
Schaffhauserstr. 228,
8057 Zürich
Fr. 480.- exkl. Essen