
21.05.- 23.05.2012
«Trauer ist der halbe Trost» (Margarete Mitscherlich). Gemeint ist damit jener seelische und körperliche Prozess, der nach dem Verlust eines nahe stehenden und geliebten Menschen beginnt oder auch derjenige, der mit Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Leiden verbunden ist. Zu Trauern bedeutet mehr, als einfach traurig zu sein. Trauern ist ‘seelische Schwerstarbeit’. Trauern ist ein lebendiger Prozess, schmerzvoll und notwendig. Er umfasst das Akzeptieren des Verlustes als Realität und das innere Abschiednehmen, das seelische Erleben und den Ausdruck des Trauerschmerzes, die Anpassung an die neue Lebenssituation und die Fähigkeit, sich an die neue Lebenssituation anzupassen und mit einem Verlust weiter- zuleben.
Wie können beruflich tätige oder freiwillig engagierte Frauen und Männer trauernde Menschen hilfreich begleiten? Der Kurs will im ersten Teil gezielte Informationen über ‘typische’ Trauersymptome, über Phasen und Aufgaben des Trauerprozesses und die verschiedenen Ansätze zur Trauerbegleitung und –beratung vermitteln. Zentral wird dabei die Auseinandersetzung mit den Fragen sein: Wie können wir Menschen in ihren Verlusten wahrnehmen, Raum und Bedingungen herstellen, damit Trauer artikuliert, verarbeitet und in kreative Lebenskraft verwandelt werden kann? Wie kann eine begleitende Hilfestellung Trauernder praktisch gestaltet werden? Wie setze ich mich in meinem eigenen Leben mit Trauer, Verlust und Abschied auseinander?
Trauern ist der halbe Trost; aber was ist die andere Hälfte des Trostes? Im zweiten Teil des Kurses werden deshalb die folgenden Fragen im Vordergrund stehen:
Was tröstet wirklich? Wie können wir trösten? Was heisst eigentlich Trost? Was hoffen wir angesichts von Krankheit und Leiden, Verlust und Tod? Welche Tröstungspotenziale halten die Religionen bereit? Welche Rituale und Symbole unterstützen den individuellen Trauerprozess und trösten, indem sie dem Einzelnen, den Angehörigen und der Gesellschaft Sprache und Ausdrucksmöglichkeiten für ihren Schmerz und ihr Mitgefühl, ihre Ängste und Hoffnungen geben? Was hält Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben, im Leben? Wie können neue Lebenskräfte wachsen?
Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein!
Jacqueline Sonego Mettner und Matthias Mettner
1. Pflegende, SeelsorgerInnen und Begleitpersonen angesichts von Tod und Trauer
2. Trauer verstehen: Der trauernde Mensch
3.Trauer als lebendiger Prozess / Psychologie der Trauer
4. Hilfe für Trauernde
Konzepte und Praxis der Trauerbegleitung und -beratung
5. “Denn sie werden getröstet werden” Tröstungspotenziale in den Religionen
6. Symbole und Rituale des Lebens in der Zeit des Verlustes und der Trauer
7. “Nur eine Rose als Stütze”
8. "Ihr / Sein Andenken sei uns ein Segen"
jeweils 9.00 – 12.30, 13.30 – 17.00 Uhr
Vortrag, Kurzreferate, Lesung, Plenums- und Gruppengespräch, Einzelarbeit, Übung, Rollenspiel, Video und Filmgespräch
für im Gesundheits-, Sozial- und Beratungsbereich sowie in der Seelsorge tätige Frauen und Männer, die andere in Krankheit, Sterben, Verlust und Trauer begleiten
Studien- und Geschäftleiter von ‚Palliative Care und Organisationsethik–Interdisziplinäre Weiterbildung CH» 2007 Gründung des ‚Forums Gesundheit und Medizin» seit 1993 Dozent in der beruflichen Weiterbildung für Fach- und Berufsgruppen des Gesundheitswesens; Gründungsmitglied der Schweizerischen ALS-Vereinigung;
Autor und Herausgeber der Bücher „Dem Leben neu vertrauen. Das Buch von Trauer und Trost”(2010 )„Wie menschenwürdig sterben?” (2003); und „Wie ich sterben will. Autonomie, Abhängigkeit und Selbstverantwortung am Lebensende” (2003; hrsg. gemeinsam mit R.Schmitt-Mannhart); Aufsätze in Fachbüchern u. a. Printmedien: Enzyklopädie der Gerontologie (2004), NOVA, NZZ.
Studium der Theologie; Nachdiplomstudium ‘Interdisziplinäre Gerontologie’; Pfarrerin der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, Kirchgemeinde Meilen; verantwortlich u. a. für die Seelsorge in einem Alters- und Pflegeheim; Aufsätze in diversen Zeitschriften; Autorin des Buches Jedes Jedes Kind hat einen Engel.. (2004); langjährige Tätigkeit als Kursleiterin und Dozentin in der beruflichen Weiterbildung für Fach- und Berufsgruppen des Gesundheitswesens und der Seelsorge.
Zentrum für Weiterbildung / Universität Zürich,
Schaffhauserstr. 228,
8057 Zürich
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Weiterbildungsmappe mit Basisdokumenten, Literaturempfehlungen, Informations- und Arbeitsblättern zum Thema.
Die Weiterbildung wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern schriftlich bestätigt. Ziele, Inhalte, Teilthemen und Dauer der Weiterbildung werden differenziert aufgeführt.